Auf diese Steuern müssen Sie beim Verkauf einer Immobilie achten

Welche Fristen Sie im Zusammenhang mit den Steuern für den Immobilienverkauf unbedingt kennen sollten, verraten wir Ihnen im Folgenden.

Steuern spielen in Verbindung mit dem Verkauf einer Immobilie nicht nur für den Käufer eine wichtige Rolle. Da kaum ein Eigentümer wirklich alle Regeln der Steuergesetze kennt, ist es leicht beim Verkauf den falschen Zeitraum zu wählen und sich schlussendlich mit Steuerforderungen konfrontiert zu sehen. Nachfolgend finden Sie daher die wichtigsten Eckdaten und Gesetze, die Sie in Ihre Verkaufspläne unbedingt einbeziehen sollten.

Die Unterschiede zwischen einem privaten und einem gewerblichen Verkauf von Immobilien

Steuerrechtlich existieren nur zwei verschiedene Arten von Immobilienverkäufen. Unterschieden wird zwischen dem privaten und gewerblichen Verkauf von Immobilien. Gewerbliche Verkäufe
sind steuerpflichtig, während private Verkäufe von der Steuer ausgenommen sind. Besteuert wird jeweils nur der erzielte Gewinn aus dem Verkauf. Das ist der Betrag, der entsteht, wenn der Kaufpreis vom erzielten Preis abgezogen wird. Da für den Kaufpreis bereits Steuern wie die Grunderwerbssteuer bezahlt wurden, ist diese Summe von der Besteuerung aufgenommen. In diesem Bereich hat „gewerblich“ einen anderen Bezug, als er den meisten Personen bekannt ist.
Unternehmen können daher auch in der Lage sein, einen privaten Verkauf zu tätigen. Die Voraussetzung hierfür ist, dass die verkaufte Immobilie mindestens 10 Jahre im Besitz und nicht vermietet war. Zudem darf ein Verkäufer in den letzten fünf Jahren nicht mehr als drei Immobilien verkauft haben. Ab dem vierten Objekt wird der Verkauf als gewerblich angesehen und ist somit steuerpflichtig.

Prinzipiell sind alle gewerblichen Verkäufe von Steuern betroffen. Sich dieser Steuern zu entziehen, ist so gut wie unmöglich, da der Verkauf nur über einen Notar getätigt werden kann. Dieser meldet den Verkauf dem Finanzamt, sodass die Steuerbescheide unter den passenden Voraussetzungen automatisch erstellt werden. Da zur gleichen Zeit die Zahlung des Käufers eingeht, sollte die Zahlung eigentlich kein Problem darstellen.

Die Drei-Objekte-Grenze in Zusammenhang mit Immobilienverkäufen

Steuerrechtlich gilt eine Höchstgrenze für den Verkauf von Immobilien innerhalb von fünf Jahren. Als private Verkäufe werden drei Verkäufe innerhalb einer Zeitspanne von fünf Jahren gerechnet. Für die meisten Immobilienverkäufe ist es daher kein Problem sowohl die eigene Immobilie als auch zwei geerbte Immobilien zu veräußern, ohne dafür einen Cent Steuern zu bezahlen. Ab der vierten Immobilie wird jedoch eine Steuer auf den erzielten Gewinn erhoben. Dies gilt selbst dann, wenn sich die betreffende Immobilie für zehn Jahre im Besitz befunden hat.

Wer sich dazu entschließt, sanierungsbedürftige Häuser zu kaufen und danach wieder zu verkaufen, sollte daher eng mit einem Steuerberater zusammenzuarbeiten, um von den zu zahlenden Steuern nicht kalt erwischt zu werden. Unter die Drei-Objekte-Grenze fallen übrigens
auch Grundstücke. Selbst wenn diese noch nicht bebaut sind, gilt es daher die Fristen für den Verkauf ganz genau auszuwählen, um keine Zahlungsaufforderung des Finanzamtes zu erhalten.

Die Spekulationsfrist von 10 Jahren zuerst verstreichen lassen

Die Spekulationsfrist betrifft einen Zeitraum von 10 Jahren und beginnt ab dem Datum, welches auf dem notariellen Kaufvertrag steht. Wichtig zu wissen ist, dass die Spekulationsfrist ausschließlich Immobilien betrifft, welche nicht vom Eigentümer selbst genutzt werden. Innerhalb der 10 Jahre wird nach dem Verkauf eine Steuer auf den Gewinn erhoben. Erfolgt der Verkauf nach genau 10 Jahren und einem Tag, ist diese Zahlung nicht mehr erforderlich. In diesem Zusammenhang kann natürlich dennoch die Drei-Objekte-Grenze greifen, weshalb vielleicht noch länger gewartet werden muss, bis ein Verkauf besiegelt werden kann.

Steht eine Immobilie in einem Mietverhältnis, kann es dennoch erforderlich werden, bereits vorher einen Verkauf zu initiieren. In diesem Zusammenhang wird häufig von einem Notverkauf gesprochen. Gemeint ist damit, dass die Eigentümer nicht mehr in der Lage sind, die Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen und deshalb mit dem Verkauf einer Zwangsversteigerung zuvorkommen möchten. Eine Überschuldung ist für das Finanzamt jedoch kein Grund, auf die Steuern zu verzichten.

Hier gibt es prinzipiell nur zwei Möglichkeiten. Zum einen den Verkaufspreis zu erzielen, der keinen Gewinn macht, und zum anderen einen Höchstpreis zu erzielen und nach dem Abzug aller Schulden mit dem Finanzamt eine Zahlungsregelung zu finden. Diese sind in der Regel offen für monatliche Zahlungen. Jedoch sollte das Finanzamt dafür zeitnah kontaktiert werden, damit die Zahlungsbereitschaft direkt nach dem Erhalt des Steuerbescheids klar signalisiert wird. Das verschafft Luft vor weiteren Mahnungen und den damit verbundenen Konsequenzen.