Die positiven Impulse auf den Speckgürtel

Freies Grundstück mit Blumenwiese in Berlins Speckgürtel

Das bekannteste Beispiel für positive Impulse auf den Speckgürtel ist der Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide. Die Politik und Kommunen erhoffen sich neue Arbeitsplätze und Studenten für die Universitäten in der Hauptstadt. Dies schaffe eine neue Synergie zwischen Berlin und seinem Umland.

Für die Berliner ist der Speckgürtel wegen seiner ruhigen Lage attraktiv. Gerade Familien haben ein Interesse daran, nah an der Natur zu leben. Seit Jahren steigen die Einwohnerzahlen im Umland, mit ihnen die Immobilienpreise.

Bisher war Potsdam der beliebteste Wohnort außerhalb Berlins. Die östlichen und südöstlichen Gemeinden ziehen nach. Für Eichwald beispielsweise stieg in den letzten zehn Jahren der Kaufpreis für Wohneigentum um 15,3 Prozent. In Gosen-Neu Zittau stiegen die Mieten um 8,8 Prozent.

Im Vergleich zwischen Potsdam und dem Speckgürtel, landet Potsdam beim Kauf- und Mietpreis an zweiter Stelle. Investoren beschäftigen sich zunehmend mit der Region um Berlin herum. Sie stellen erhebliche Unterschiede fest. In einigen Orten findet sich ausschließlich Wohneigentum und in anderen mehrheitlich Wohnsitze zur Miete.

In den nächsten zwei Jahren wird für das Gebiet ein Wachstum prognostiziert. Die Ausnahme ist Grünheide, wo die Bauarbeiten für die Tesla-Fabrik stattfinden. Experten sind sich uneins, ob Engpässe beim Bau von Infrastruktur eine Wachstumsbremse sind.

Die Corona-Krise erschwert diese Aufgabe, da sie den Abschluss von Bauprojekten verzögern kann. Für die zugezogenen Einwohner muss die Kommune Schulen, Kindergärten und Kliniken bauen lassen. Die Nachfrage richtet sich nach der Wohnqualität.

Der Preisvergleich zwischen Stadt und Umland

Der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen kann ein stärkeres Wachstum im Speckgürtel feststellen als in Berlin. Dies liest der Verband aus den Daten seiner Mitglieder heraus. Er ist Vertreter der Genossenschaften, städtischen Gesellschaften und den privaten Vermietern Deutsche Wohnen und Vonovia.

Seine Mitglieder verzeichneten eine höhere Steigerungsrate bei Erstvermietung im Umland an, woran die hohe Nachfrage schuld ist. Berlin bleibe teurer als das Umland. In Berlin stiegen die Raten bei Neuverträgen um 4,7 Prozent auf 7,80 Euro an. Im Land Brandenburg lag der Durchschnitt bei 2,7 Prozent auf 5,76 Euro.

Den Verbandsmitgliedern gehören 43 Prozent des Wohnraums zur Miete in Berlin und 44 Prozent in Brandenburg. In den bestehenden Verträgen konnten sie einen Aufschlag von 2,7 Prozent auf 6,14 Euro in Berlin feststellen, in Brandenburg ein Anstieg von 2,0 Prozent auf 5,14 Euro.

Mit seinen Preisen versucht der Verband, unter dem Durchschnitt der Mieten auf dem Wohnungsmarkt zu bleiben. Wegen des Mietendeckels nehme die Konkurrenz vermehrt ihre Anzeigen aus den Inseraten und Immobilienportalen. Die Miete für die Wohnsitze kann ein Interessent über die Vermietungsbüros erfragen.

Ein Beispiel für Neubau im Speckgürtel

Ab September entstehen in Hohen Neuendorf drei Stadtvillen mit 54 Wohnkomplexen als Bauabschnitt II. Der Ort liegt am S-Bahnhof Bergfelde und erhält zu den Stadtvillen weitere 156 Wohnkomplexe zur Miete.

Der Bauplan des KW-Developments für den Bauabschnitt II liegt gut in der Zeit. Der Bauantrag für den Bauabschnitt I soll im Juli geschähen. Er enthält weitere 156 Wohnkomplexe zur Miete, die sich auf vier Stadtvillen und drei Mehrfamilienhäuser aufteilen.

Um den Bedarf an Wohnraum zur Miete zu decken, passte der Projektentwickler die Wohnräume der Nachfrage an. Die Wohnkomplexe aus Bauabschnitt I und II bestehen aus Wohnraum für junge Familien und die Alleinerziehenden. Die Hälfte sind Zwei-Zimmer-Wohnungen und ein Viertel bestehen aus drei und vier Zimmern.

Für elf der Wohnsitze gilt ein Festpreis für zehn Jahre. Wohnräume ab einer Größe von 78 Quadratmeter haben Zugang zu einem Balkon oder Terrasse. Alle Wohneinheiten sind barrierefrei und über einen Aufzug erreichbar. Der Aufzug reicht bis in die Tiefgarage mit Parkplätzen zur Miete.

Neben den Wohnkomplexen entsteht auf dem Bauabschnitt II ein Supermarkt. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt liegen 75 Stellplätze für Besucher. KW-Development achtet beim Projekt auf den Vollzug von Arten- und Lärmschutz. Die Gebäude werden nach dem energieeffizienten KfW40-Standard gebaut.

Bergfelde besitzt eine gute Infrastruktur. Der Ort hat neben der S-Bahn einen Anschluss an die B96a und den Berliner Ring. In einem Umkreis von sieben Kilometern liegen Schulen, Kindergärten und diverse Einkaufs- und Freizeitangebote.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Wohnsitze ab September 2020 beziehbar sind. Vor den Gebäuden gibt es 43 Parkplätze für Autos und 138 Radstellplätze. Ein Blockheizkraftwerk beheizt auf ökologische Weise durch Nahwärme die Wohnräume.