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Kann ich meine Immobilie trotz Kredit verkaufen?

Beim Verkauf einer Immobilie mit bestehenden Krediten genau auf das Kleingedruckte achten

Für den Kauf eines Grundstücks, einer Eigentumswohnung oder eines Hauses eine Immobilienfinanzierung zu benötigen, ist heute die Regel. Diese begleitet die Immobilienbesitzer oft über viele Jahrzehnte. Das bedeutet leider nicht, dass auch die Lebensumstände die gleiche Konstanz besitzen. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Immobilie verkaufen, selbst wenn das Ende der Finanzierung noch in weiter Ferne liegt.

Den Kredit nicht als Hinderungsgrund für einen Verkauf betrachten

Nach dem Tod eines Ehepartners oder auch aufgrund langfristiger Arbeitslosigkeit kann sich eine geliebte Immobilie schnell in eine finanzielle Bürde verwandeln. Die monatlichen Kosten für die Finanzierung erfordern nun deutliche Abstriche in anderen Bereichen und daher immer wieder harte Entscheidungen. Zu den Härtesten gehört es, sich realistisch vor Augen zu führen, dass es nur möglich ist, finanziell wieder auf die Füße zu kommen, wenn die Immobilie veräußert wird. Wichtig ist, in diesem Moment die Zahlungen nicht einzustellen. Das führt nach Mahnungen zum Kündigen des Darlehens und der Veranlassung der Zwangsversteigerung. Da dies im Grundbuch vermerkt wird, erschwert das den Kauf einer Immobilie um ein Vielfaches.

Sehen Käufer einen aktuellen Grundbuchauszug, werden sie immer versuchen, den Preis zu drücken, da diese nun um die Notlage wissen, in welcher sich die Käufer befinden. Zwei Fakten, die Sie erwarten, sollten Sie bereits jedoch im Vorfeld wissen. Da auch die Bank ein Mitspracherecht beim Verkauf besitzt, wird sie einen Notar ihres Vertrauens mit den Formalitäten beauftragen. Zweitens wird der Verkaufserlös nicht auf Ihr Konto, sondern ein Notarkonto überwiesen. Hier werden zuerst die Ansprüche des Gläubigers befriedigt und Ihnen der daraus erfolgende Restbetrag überwiesen.

Die Vorfälligkeitsentschädigung bereits im Vorfeld ausrechnen lassen

Planen Sie eine Immobilie trotz Kredit zu verkaufen, sollten Sie immer eng mit der finanzierenden Bank zusammenarbeiten und diese rechtzeitig über Ihre Absichten in Kenntnis setzen. Das bietet zudem gleich mehrere Vorteile. Banken verfügen oft über eine eigenständige Immobilienabteilung, welche Makler beschäftigt. Sie helfen bei einem laufenden Kredit gerne und übernehmen somit die Vermarktung der Immobilie. Es ist nicht unüblich, dass die Banken selbst einen Verkäufer präsentieren, der bereits im Vorfeld nach einer Immobilie mit den gleichen Eckdaten Ausschau gehalten hat.

Neben diesen positiven Aspekten bestehen Banken bei laufender Finanzierung auf die Vorfälligkeitsentschädigung. Diese entspricht den Zinsen, auf welche die Bank aufgrund der vorzeitigen Ablösung verzichten muss. Wie sich die Vorfälligkeitsentschädigung zusammensetzt, ist für den Kreditnehmer im Vorfeld oft schwer vorauszuberechnen. Daher ist es empfehlenswert, sich zuvor diesen Betrag einmal ausrechnen zu lassen. Das erleichtert es nachzuvollziehen, ob der geplante Verkaufspreis ausreichend ist, um alle Verbindlichkeiten damit zu tilgen. Ist dies nicht der Fall, macht es Sinn eventuell über eine Umschuldung nachzudenken und somit die monatlichen Kosten zu senken.

Die Kreditübernahme als Entlastung für den Geldbeutel

Von Banken vergebene Immobilienfinanzierungen werden immer in Form einer Grundschuld oder Hypothek im Grundbuch abgesichert. Diese wird im Zuge eines Verkaufs oftmals gelöscht, um Platz im ersten Rang für die Finanzierung des neuen Besitzers zu schaffen. Jedoch ist das nicht die einzige Möglichkeit. Abhängig von der Menge an Eigenkapital, die ein Käufer mitbringt, kann die Grundschuld oder Hypothek auch übernommen werden. Die finanzierende Bank muss dem Vorhaben allerdings zuerst zustimmen, da der ursprüngliche Eigentümer aus der Schuld entlassen werden muss.

Hierfür ist in der Regel eine interne Prüfung erforderlich, um sicherzustellen, dass der neue Besitzer kreditwürdig ist. Hat dieses Vorhaben Erfolg haben alle Parteien einen Vorteil erzielt. Der frühere Besitzer spart sich die Kosten für die Löschung des Grundbucheintrags, der neue Besitzer verfügt über eine Finanzierung und die Bank spart sich ebenfalls sehr viel Papierkram, welcher durch die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung entstehen würde. Es lohnt sich daher, diese Option zumindest dem Käufer vorzustellen und bei Interesse durch die Bank prüfen zu lassen.