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Unsanierte Gebäude in Berlin

Noch Anfang der 2000er Jahre konnte man in Berlin selbst in den zentralen Lagen noch ganze Straßenzüge begutachten, die unsaniert waren. Das Bild hat sich seither gründlich geändert. Mit den glänzenden, neuen Fassaden kommt allerdings auch die Angst vor Mietsteigerungen und die Frage, ob man nicht doch an eine Eigentumswohnung denken sollte. Die ehemaligen Brachen werden mit neuen Wohntürmen bepflanzt und alte Häuser renoviert oder abgerissen. Aber was passiert mit den übrigen Häusern?

Unsanierte Gebäude als rentable Objekte

Nach wie vor gibt es zwischen den neuen auch Objekte, denen man ihr Alter auf unschöne Art noch ansieht. Als Mieter kann das unangenehm werden, wenn der Eigentümer ein Objekt verkommen lässt. Allerdings kann er sich bei Institutionen wie dem Mieterschutzbund informieren, was er dagegen unternehmen kann. Gespräche mit dem Vermieter und sogar Mietminderungen sind möglich. Der Vermieter ist dafür verantwortlich, dass der Mieter gefahrlos in dem Objekt leben kann. Wenn der Putz oder noch schlimmer Mauerwerk von der Decke kommt ist das allerspätestens nicht mehr gewährleistet. Alte Gasleitungen und Wasserschäden mit Schimmelbildung sind eine ähnliche Gefahrenquelle, um die sich der Vermieter kümmern muss. Dennoch sind solche alten Wohnungen im Moment auch eine Chance.

Selbst bei renovierungsbedürftigen Objekten stehen in begehrten Lagen, etwa im Prenzlauer Berg, die potentiellen Käufer Schlange. Viele dieser Wohnungen warten noch mit alten Leitungen oder schlecht sanierten Bädern auf. Diese Objekte brauchen viel Geld und Liebe von den zukünftigen Käufern und ganz günstig sind sie auch nicht. Vor allem in begehrten Lagen werden selbst diese Wohnungen zu Preisen, die über 3000 Euro pro Quadratmeter liegen verkauft und bei den Besichtigungen sind die potentiellen Käufer nicht alleine.

Vor allem Familien mit Kindern, die bereits einen guten Grundstock an Eigenkapital aufgebaut haben, interessieren sich im Moment für diese unsanierten Wohnungen. Aber auch Eltern von Studenten und Rentner auf der Suche nach einer Bleibe für die Rentenzeit sind auf der Suche. Diese Objekte brauchen war entweder viel Eigenengagement oder Geld, um die notwendigen Dienstleistungen einzukaufen, aber es kann sich lohnen sich schlummernden Diamanten zu widmen. Obwohl auch diese teurer werden, sind sie im Vergleich zu sanierten Objekten oder Neubauwohnungen vergleichsweise günstig zu haben.

Alte Gebäude mit neuen Ideen

Gleichzeitig kann ein unsaniertes Gebäude aber auch den Wert einer Wohngegend mindern. Wenn dies der Fall ist, kann sich aber auch ein Nachbar bei der Wohnungsaufsicht des jeweiligen Bezirksamts melden. Diese kümmern sich dann und setzten sich in Kontakt mit dem Eigentümer des betroffenen Objekts. Allerdings ist auch die Stadt Berlin selbst noch im Besitz von Gebäuden, die seit längerem ungenutzt verfallen. Trieben diese den Verantwortlichen lange Sorgenfalten auf die Stirn, so wandeln sich die Vorzeichen langsam.

Die Hauptstadt wächst und das auch wegen der zunehmenden Anzahl von Kindern. Waren es jahrelang Schulschließungen, die Schlagzeilen machten, werden mittlerweile wieder mehr Schulplätze benötigt. Das nicht immer die bisherigen Schulen ausgebaut werden können, erwächst daraus eine Chance für alte Gebäude. Eines dieser Projekte findet sich in der Adalbertstraße in Mitte. Dort soll in einem alten Plattenbau demnächst eine Schule entstehen. Während man immer wieder den Abriss oder die Umnutzung des Gebäudes diskutierte, steht nun fest, dass auf dem öden Gelände bald neues Leben herrschen wird. Im Moment wird noch geprüft ob der Plattenbau abgerissen oder saniert wird, aber hier zeigt sich, dass gerade alte Gebäude mit neuen Ideen belebt werden können.