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Wann wird ein Energieausweis benötigt?

Bei einem Immobilienverkauf den Energieausweis nicht vergessen

Der Energieausweis ist nun seit beinahe 10 Jahren ein Thema für Immobilienbesitzer. Dennoch sind die Regeln für die Ausstellung und die Pflicht eines Energieausweises noch weitgehend unbekannt. Die wichtigsten Eckdaten finden Sie nachfolgend näher aufgeführt.

Was ist ein Energieausweis?

Bei einem Energieausweis handelt es sich um ein amtliches Schriftstück, welches die Energiebilanz eines Gebäudes offenlegt. Ausgestellt werden Energieausweise entweder von den Bauaufsichtsbehörden oder Bauordnungsämtern. Das kann abgängig von der jeweiligen Gemeinde oder Kommune abweichen. Meist genügt jedoch ein Anruf oder eine Suchanfrage im Internet, um die gewünschte Information in Erfahrung zu bringen. Der Ausweis besitzt für jeweils 10 Jahre Gültigkeit. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass in dieser Zeit keine aufwändigen Sanierungsarbeiten oder auch Dämmungen erfolgt sind. Unter diesen Konstellationen ist es im eigenen Interesse, die Verbesserung der Energiebilanz der Immobilie mit einem neuen Energieausweis zu dokumentieren. Muss der Energieausweis vorgezeigt werden, kann das ebenfalls als Kopie erfolgen. Diese bedarf keiner amtlichen Beglaubigung, um als Nachweis für die jeweilige Energieeffizienzklasse zu dienen. Die Einteilung zwischen A + bis zu H zeigt auf den ersten Blick, wie hoch der Energieverbrauch in dem Gebäude ist.

In welchen Situationen werden Energieausweise benötigt?

Aktuell werden Energieausweise bevorzugt für drei verschiedene Konstellationen benötigt. Die erste betrifft den Bau eines Hauses. Aufgrund der 2014 erlassenen Energieeinsparverordnung dürfen Neubauten einen bestimmten Verbrauchslevel für Energie nicht überschreiten. Der Energieausweis dient als Beweis dafür, dass die Werte – obwohl noch keine tatsächlichen Verbrauchswerte der letzten drei Jahre vorliegen – unter den gegebenen Voraussetzungen eingehalten werden. Weiterhin benötigen Immobilienbesitzer einen Energieausweis, die vorhaben, ihre Immobilie zu verkaufen.

Der Energieausweis muss sowohl in den Anzeigen als auch dem Exposé vorhanden sein. Spätestens wenn eine Besichtigung stattfindet, muss der Energieausweis im Original vorgelegt werden. Als dritte Option wird der Energieausweis für alle Gebäude benötigt, die vermietet werden. Die Mieter erhalten somit einen guten ersten Eindruck, ob die Energiekosten in einem vertretbaren Rahmen liegen.

Ausnahmen von der Pflicht einen Energieausweis zu besitzen

Für Gebäude mit einer Größe unter 50 m² werden keine Energieausweise benötigt. Wer ein solches kleines Ferienhaus oder auch eine Jagdhütte verkaufen möchte, kann natürlich freiwillig den Energieverbrauch der letzten Jahre mit den entsprechenden Rechnungen nachweisen.

Eine zweite Ausnahme besteht bei allen Gebäuden, welche unter Denkmalschutz stehen. Der Grund dafür liegt in den Beschränkungen der Modernisierungsmaßnahmen. Moderne Dämmungen der Fassaden sind oftmals nicht notwendig, da die äußeren Gebäudeteile nicht verändert werden dürfen. Der Gesetzgeber gleicht diesen Nachteil auf dem Immobilienmarkt aus, indem kein Energieausweis für den Verkauf erforderlich ist. Interessieren sich potenzielle Käufer für den Energieverbrauch, ist es natürlich möglich, aufgrund von Rechnungen eine ungefähre Einschätzung zu treffen, welche für die Kaufentscheidung den entscheidenden Anstoß liefert.