Was passiert bei einer Grenzvermessung?

Zaun zwischen zwei Grundstücken soll vermessen werden.

Grenzsteine waren früher ein gewohntes Bild auf Grundstücken. In den immer dichter besiedelten Gebieten in der Stadt haben sie in den letzten Jahren dagegen Seltenheitswert erlangt. Gestiegen ist dagegen die Anzahl an Streitigkeiten über den genauen Verlauf einer Grundstücksgrenze. Mit
Hilfe einer Landvermessung kehrt wieder Frieden in der Nachbarschaft ein.

Was wird im Rahmen einer Landvermessung ermittelt?

Die Landvermessung dient dazu, die Grundstücksgrenzen eines Grundstücks neu zu markieren und bei Bedarf mit neuen Grenzsteinen zu sichern. Neben dem erforderlichen Ortstermin dienen alle vorhandenen Pläne als Grundlage für eine korrekte Ermittlung der Landvermessung. Wer
sich ein rechtssicheres Gutachten über die Ergebnisse der Landvermessung wünscht, muss dieLandvermessung beim Katasteramt beantragen. Entweder führen die zuständigen Mitarbeiter diese selbst aus oder verweisen an einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur. Dieser
vereinbart einen Termin, wobei es Sinn macht, auch die Nachbarn zu benachrichtigen, damit sie selbst sehen, welches Ergebnis bei den Bemessungen vor Ort erzielt wurden.

In der Bauphase ist eine Landvermessung zudem hilfreich, um den idealen Platz für die Baugrube zu ermitteln. Hierbei werden die notwendigen Abstände zu Nachbargrundstücken berücksichtigt, damit es in Zukunft nicht zu Streitigkeiten unter den Nachbarn kommt.

Mit einer Landvermessung rechtsverwertbare Beweise in den Händen halten

Streitigkeiten rund um die Grundstücksgrenze und die vermeintlich auf dem eigenen Grundstück stehenden Gebäude und Zäune halten so gut wie alle deutschen Gerichte auf Trab. Endgültige Klärung kann nur eine offizielle Landvermessung bringen. Kommen die vereidigte Gutachter zu
dem Schluss, dass der jeweilige Tatbestand erfüllt ist, kommen hierfür klar definierte Gesetze zur Anwendung. Hat der Grundstückseigentümer bereits in der Bauphase oder kurz danach Einspruch gegen den Bau geäußert, kommt eine Duldung meist nicht in Frage, da der Kläger auf seinem Recht besteht und einen Rückbau verlangt. Verstreicht diese Frist, muss der Kläger die teilweise Bebauung dulden. Im Gegenzug hat dieser
den Anspruch auf eine Entschädigung in Form einer jährlichen Rentenzahlung oder eines Verkaufs des betreffenden Grundstückteils. Ein weiterer interessanter Sachverhalt ergibt sich jedoch, wenn sich ein Gebäude komplett auf einem Nachbargrundstück befindet. Dieses geht
somit in den Besitz des Besitzers des Grundstücks über. Lediglich bewegliche Gegenstände müssen herausgegeben werden.

Die Kosten für eine Landvermessung nicht alleine tragen

Dient die Landvermessung ausschließlich der Vermessung der Grundstücksgrenzen, muss das finanziell nicht nur von der Person getragen werden, welche die Vermessung veranlasst hat. Die Kosten können anteilig mit den jeweiligen Nachbarn verrechnet werden. Besteht ein Streit über
die Grundstücksgrenze oder die genaue Größe einer Überbauung, kann das jedoch eher die Grundlage für weiteren Streit begünstigen.

Haben die Vermessungen Ihren Verdacht bestätigt, sollten Sie daher die Kosten besser alleine übernehmen, um dem Nachbarn Zeit zu geben, sich mit der Situation zu arrangieren. Vielfach rechnet sich das Gutachten jedoch, wenn die jährlichen Rentenzahlungen eintreffen oder ein
Teilverkauf des bebauten Grundstücks stattgefunden hat. Die Landvermessung schafft somit Tatsachen, auf die Sie sich selbst nach Jahrzehnten noch immer berufen können.

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