Zum Inhalt springen

Wo gibt es in Berlin günstige Immobilien?

Berlin hat in den letzten Jahren in Sachen Immobilienkosten stark angezogen. Die Hauptstadt befindet sich einem Top-10 Ranking der teuersten deutschen Städte – im Hinblick auf den Kauf einer Wohnung – zwar erst auf Platz 10, aber trotzdem ist der Anstieg deutlich spürbar.

Gleichzeitig steigen auch die Mieten an und gerade günstige größere Wohnungen sind schwer zu ergattern. Geschichten von langen Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen machen die Runde und bringen den ein oder anderen ins Grübeln. Aber lohnt es sich noch jetzt in Berlin an einen Wohnungskauf zu denken? Die Antwort ist, es kommt darauf an. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber trotzdem ist es in manchen Berliner Bezirken lohnend über einen Kauf nachzudenken.

Wann sollte man über einen Wohnungskauf in Berlin nachdenken?

Es lohnt sich über den Kauf einer Immobilie nachzudenken, wenn man mehr Platz benötigt, etwa weil die Familie wächst. Sobald man größere Wohnungen mietet, sinkt zwar auch im Vergleich zu Ein-Zimmer-Apartments der Preis, aber trotzdem kommt auf eine junge Familie viel Geld zu. Wenn sie vorhat längerfristig in der Stadt zu bleiben, lohnt es sich auf jeden Fall, sich auf dem Wohnungsmarkt umzusehen.

Allerdings darf man trotz der niedrigen Zinsen die finanzielle Belastung nicht außer Acht lassen. Die meisten Rechnungen gehen davon aus, dass eine Familie 20 Prozent der Kreditsumme selbst aufbringen können sollte. Daran scheitern gerade jungen Familien. Der Berliner kauft statistisch gesehen das erste Mal mit 48. Das hat das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln herausgefunden. Hier fehlen staatliche Förderungen für Familien, die es ihnen ermöglichen würden früher an den Erwerb von Wohnungseigentum zu gehen.

Wo kann man in Berlin noch günstige Wohnungen finden?

In den Bezirken Mitte und Charlottenburg, aber auch einigen anderen zentralen Wohnbezirken lohnt es sich kaum über den Erwerb einer Wohnung nachzudenken. Dort ist Mieten nach wie vor günstiger. In Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Neukölln bieten sich hingegen sehr gute Optionen. Diese Bezirke liegen etwas vom Zentrum entfernt, sind jedoch mit dem öffentlichen Nahverkehr sehr gut an die anderen Teile der Stadt angeschlossen. Außerdem haben sich dort eigene Stadtteilzentren mit Einkaufsmöglichkeiten ebenso wie Erholungsstäten angesiedelt. Daher sind auch dort die Preise gestiegen, aber nicht in dem Ausmaß wie in den zentralen Bezirken Berlins.

Neben diesen drei günstigeren Optionen, lohnte es sich – in geringerem Umfang – jedoch auch etwa im Prenzlauer Berg, Weißensee und anderen. Außerdem kann man auch in den beliebten Bezirken Kieze finden, in denen sich monatlich sogar ein Vorteil von 200 Euro im Kauffall im Gegensatz zur Miete der Wohnung ergibt. Das ist etwa in Gesundbrunnen, Plänterwald und Hellersdorf der Fall.

Beispiel Gesundbrunnen

Am Beispiel Gesundbrunnen ist diese Entwicklung deutlich erkennbar. Es ist ein Ortsteil des Bezirks Mitte und mit einer vielbefahren Trambahnstrecke, den S-Bahnhöfen Bornholmer Straße und Gesundbrunnen und einer bis zum Alexanderplatz verkehrenden U-Bahnstrecke sehr gut angebunden. Seit einigen Jahren wird der Bahnhof Gesundbrunnen außerdem zum Berliner “Nordkreuz” ausgebaut. Das heißt, dass dort ein regelmäßiger ICE Halt einiger Strecken eingerichtet wurde. Diese Erschließung, aber auch die Nähe zum Szeneviertel Prenzlauer Berg hat Gesundbrunnen von einem Arbeiterviertel zu einem aufsteigenden Ortsteil von Mitte gemacht. Trotzdem ist die Bevölkerung sehr gemischt.

Große Wohnblöcke werden von Wohnungsbaugenossenschaften mit günstigen Wohnungen bewirtschaftet und auch die Kneipen- und Ladendichte ist noch deutlich vom Prenzlauer Berg entfernt. Dennoch lässt es sich in Gesundbrunnen gut leben und die Preise haben sich dem rasanten Anstieg der Lebensqualität vor Ort noch nicht angepasst. Damit ist Gesundbrunnen ein gutes Beispiel dafür, dass man auf dem Berliner Immobilienmarkt genauer hinschauen muss.